TDI Anlage

Der Ortsverband von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN Dormagen begrüßt grundsätzlich  das Bekenntnis von Bayer Material Science zum Standort Dormagen und die damit verbundenen Investitionen. Auf der anderen Seite bleiben nach den konstruktiven Gesprächen vom vergangenen Mittwoch und Freitag einige Fragen offen, die den Grünen nach wie vor Bauchschmerzen bereiten.
Fragwürdig bleibt, ob die geplante Einhausung der TDI-Anlage die maximale Sicherheit gewährleistet oder ob dies nur durch den Bau einer dicken Betonhülle (Containment) geschehen kann. Eine Anlage des Bayer Konkurrenten Dow Chemical in Stade, Niedersachsen, in der Phosgen produziert wird, verfügt über eine solche Betonhülle, die im Falle eines Unfalls starken Drücken und Explosionen von innen und außen standhalten soll.
Kritisch muss ebenso der geplante Standort der Anlage betrachtet werden, welcher im Falle eines schweren Unfalls, der die beschriebenen Störfallszenarien überschreitet, eine Gefahr für die hiesige Bevölkerung bedeuten könnte. Der Standort liegt nur wenige hundert Meter von einer S-Bahnstation und der Bundesstraße 9 entfernt. Die nächste Wohnbebauung befindet sich nur rund einen Kilometer weit entfernt von der geplanten Anlage.
„Die jahrzehntelange kritische Begleitung von Politik und NGOs hat dazu geführt, dass auf Seiten der Industrie ein gesteigertes Bewusstsein für den Umweltschutz und die  Gefahren von Großanlagen erfolgen musste. Wir werden die Planung der TDI-Anlage weiterhin aufmerksam und kritisch begleiten. Sollten wir eine potentielle Gefahr für Mensch und Umwelt zu erkennen glauben, werden wir auch in Zukunft Fragen stellen und, wenn nötig, den Finger in die Wunde legen, wie bereits mit unserem im Juli formulierten Einwand an die Bezirksregierung Köln geschehen, welche mit der Genehmigung der TDI-Anlage betraut ist“, so der Vorsitzende des Ortsverbandes Martin Knoke.

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