Kommunal Klima schützen? Ökologisch bauen!

ERGEBNIS: Der Antrag wurde im Betriebsausschuss des Eigenbetriebs Dormagen am 08.10.2019 mit großer Mehrheit angenommen.

Beschlussvorschlag

Die Verwaltung wird beauftragt, bei den Planungen für den Neubau der Dreifeldhalle am Schulzentrum Mitte eine alternative Planung eines nach DGNB oder BNB zertifizierten Gebäudes darzustellen und darin sowohl die geschätzten CO2-Einsparungen bezogen auf die konventionelle Bauweise als auch die Lebenszeitkosten im Vergleich mit der konventionellen Bauweise aufzuweisen. 

Begründung

Der Klimawandel mit seinen nicht oder nur schwer absehbaren Folgen ist auf allen Ebenen politischer Entscheidungsfindung zu berücksichtigen. „Auf der Pariser Klimaschutzkonferenz […] im Dezember 2015 haben sich 195 Länder erstmals auf ein allgemeines, rechtsverbindliches weltweites Klimaschutzübereinkommen geeinigt. Das Übereinkommen umfasst einen globalen Aktionsplan, der die Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C begrenzen soll, um einem gefährlichen Klimawandel entgegenzuwirken.“1 Erklärtes Ziel ist, „den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 °C gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen.“2 Mittlerweile spricht man in der Regel vom 1,5°CZiel. 

Hans-Joachim Schellnhuber, emeritierter Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, hat bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der LitCologne 2019 klar formuliert, dass alleine durch die weltweite Stadtentwicklung, wenn sie bis zur Mitte des Jahrhunderts wie geplant umgesetzt und in konventioneller Bauweise realisiert wird, ca. 80% der weltweit unter Beachtung des 2°C-Ziels noch möglichen Emissionen an CO2 bereits ausgestoßen werden und damit ein Erreichen des genannten Ziels verhindert. Ein Lösungsansatz hierzu kann sein, zukünftige Stadtentwicklung nicht mehr in konventioneller Bauweise und damit in den energieintensiven Baustoffen Stahl und Beton, sondern in ökologischer Bauweise insbesondere durch Verwendung des Baustoffes Holz zu realisieren. Holz als Baustoff ist in der Produktion nicht energieintensiv und bietet darüber hinaus den Vorteil, dass es für die Lebensdauer des Gebäudes eine CO2-Senke darstellt, .  

Als anerkannte Zertifikate für ökologische Bauweise stehen das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat3, das sich im Wesentlichen auf Verwaltungsgebäude bezieht, aber auch auf andere Gebäude übertragen werden kann, sowie das Zertifizierungssystem der Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB), bei dem insbesondere auch Sporthallen zertifiziert werden4, zur Verfügung und sollen von der städtischen Verwaltung bzw. dem Eigenbetrieb genutzt werden.  

Aus unserer Sicht handelt es sich bei der Dreifeldhalle um ein erstes Projekt ökologisch nachhaltigen städtischen Bauens auf Dormagener Gebiet – langfristiges Ziel muss sein, dass Dormagen seine Bauvorhaben grundsätzlich zertifiziert ökologisch nachhaltig umsetzt. 

Die europäische Kommission weist explizit darauf hin, dass „in dem Übereinkommen [anerkannt wird], dass nicht zu den Vertragspartnern gehörende Interessenträger bei der Bekämpfung des Klimawandels eine wichtige Rolle spielen. Dazu zählen u. a. Städte, Behörden auf regionaler und kommunaler Ebene, die Zivilgesellschaft und die private Wirtschaft. Diese sind aufgerufen, ihre Anstrengungen zu verstärken und Maßnahmen zur Emissionsminderung zu unterstützen“5. 

Mit diesem Antrag stellen wir uns hinter das Pariser Klimaschutzabkommen, wir stellen uns hinter die Forderungen der Europäischen Kommission und auch hinter unsere Bundesregierung, die das Klimaschutzabkommen ratifiziert hat. 

https://ec.europa.eu/clima/policies/international/negotiations/paris_de vom 11.09.2019 

2 ebenda

https://www.bnb-nachhaltigesbauen.de/ vom 11.09.2019 

https://www.dgnb-system.de/de/gebaeude/sporthallen/ vom 11.09.2019

https://ec.europa.eu/clima/policies/international/negotiations/paris_de vom 11.09.2019

Artikel aus der NGZ zu diesen Themen (externe Links auf rp-online.de)

3.10. Stadt unterstützt GRÜNE bei ökologischem Sporthallenbau

10.10. Sport unter einem grünen Dach?

12.09. GRÜNE wollen Dreifachhalle ökologisch bauen
 

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