Versorgungstunnel ja – CO-Pipeline nein

Die Dormagener Grünen lesen die Nachrichten um den Neubau eines Versorgungstunnels unter dem Rhein mit gemischten Gefühlen. „Natürlich haben wir großes Verständnis dafür, dass die Currenta den Vorteil der drei nahe beieinander liegenden Chemparks bestmöglich nutzen und chemische Ausgangsstoffe zwischen den drei Standorten kostengünstig durch Pipelines transportieren möchte. In diesem Zusammenhang sehen wir den Bau des Versorgungstunnels als eine gute und sinnvolle Investition in die Zukunft.“ sind sich Martin Pehe, sachkundiger Bürger im Planungs- und Umweltausschuss und Tim Wallraff, Sprecher des Dormagener Ortsverbandes, einig. Insbesondere die höhere Sicherheit des geplanten begehbaren Tunnels, verglichen mit dem alten Versorgungstunnel aus den 60er Jahren, steht für die Grünen im Zentrum ihrer Überlegungen. Allerdings läuft derzeit auch eine Kohlenstoffmonoxid- (CO-) Leitung durch den alten Tunnel. Das hochgiftige, brennbare und geruchlose Gas wird für die Herstellung von vielen Gegenständen des täglichen Gebrauchs, z. B. CDs und DVDs aber auch Schaum- und Dämmstoffen, benötigt. Auf die Herstellung kann in der chemischen Industrie nicht verzichtet werden, dies bestreiten auch die Grünen nicht. „Aus unserer Sicht sollte allerdings zu Gunsten der Sicherheit auf den Transport dieses Gefahrstoffes außerhalb des Chemparkgeländes verzichtet werden. CO sollte dort produziert werden, wo man es benötigt und die Werksgrenzen damit nicht verlassen!“ Nach Ansicht der Grünen zeigen auch die Diskussionen und Proteste zum Bau der CO-Pipeline von Dormagen nach Krefeld, dass diese gesellschaftlich nicht akzeptiert sind. „Die Menschen haben berechtigte Sorge vor solchen Pipelines! Currenta sollte diese Sorgen berücksichtigen und auf den Transport von CO verzichten.“

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